„Unsere Gesellschaft braucht eine radikal soziale Wende“. Wahlkampfveranstaltung der Linken in Koblenz sorgt für volles Haus im Circus Maximus
„Wir leben in einem der reichsten Länder der Welt. Aber was nützt all dieser Reichtum, wenn er nicht bei den Menschen ankommt? (...) Ich bin überzeugt, unsere Gesellschaft braucht eine radikal soziale Wende!“, Julia-C. Stange in Koblenz am 21.01.25
Rund 300 Besuchende verfolgten den fast einstündigen Auftritt von Gregor Gysi am 21.01. im Circus Maximus. Viele weitere Interessierte mussten leider draußen bleiben und sorgte für lange Schlangen vor der bekannten Club- und Restaurant-Location in Koblenz am Dienstagabend.
„Wir bedauern, dass nicht alle Interessierten einen Platz bekommen haben und möchten uns bei ihnen entschuldigen. Mit so einem Ansturm haben wir nicht gerechnet – werten das aber als Interesse an unserer Partei“, so Moritz Bartsch (Co-Sprecher Die Linke Koblenz). „Nach dem Abend können wir uns über 3 weitere Mitglieder freuen und laden alle Interessierten ein, bei uns mitzumachen“, ergänzt Loriana Metzger (Stadträtin Die Linke-PARTEI-Fraktion), die gemeinsam mit Bartsch durch den Abend führte.
Das Vorprogramm zu Gysi bildeten Oliver Antpöhler-Zwiernik, Direktkandidat für den Wahlkreis Koblenz, und Julia-C. Stange, Spitzenkandidatin für Rheinland-Pfalz, bestritten. Antpöhler-Zwiernik betonte in seiner Rede vor allem die Wichtigkeit, sich konsequent gegen Rechts zu stellen: „Das berechtigte Aufbäumen zum Schutze der Demokratie bringt alleine nichts, wenn die demokratischen Mittel ungehindert dafür genutzt werden, ebenjene auszuhöhlen. Die Demokratie war schon einmal Steigbügelhalter des Faschismus und kann es auch wieder sein. Umso fassungsloser bin ich, wenn die Bundesregierung in Zeiten des Rechtsrucks große Einsparungen bei der politischen Bildung durchsetzt.“
Julia-C. Stange, Fachkinderkrankenschwester und Gewerkschafterin, machte vor allem auf soziale Aspekte aufmerksam und betonte: „Wir leben in einem der reichsten Länder der Welt. Aber was nützt all dieser Reichtum, wenn er nicht bei den Menschen ankommt? Während einige immer reicher werden stehen andere vor der Frage, wie sie die nächste Miete bezahlen sollen und immer mehr Kolleg*innen in der Pflege, in der Industrie, in den Schulen, in den KiTas brechen zusammen unter der Last, unter der Überarbeitung, unter Existenzängsten und der fehlenden Wertschätzung. Das ist nicht gerecht und das ist nicht hinnehmbar. Ich bin überzeugt, unsere Gesellschaft braucht eine radikal soziale Wende!“
Auch Gysi, der umfassend die Positionen der Linken zum Bundestagswahlkampf präsentierte, betonte insbesondere die Notwendigkeit einer sozialen Wende: „Die fünf reichsten Deutschen – da ist keine Deutsche dabei, das sind nur Männer – haben ein Vermögen, das größer ist, als das Vermögen der ärmeren Hälfte unserer Bevölkerung, d.h. als 42 Millionen Menschen“, rechnete Gysi vor: „Diese fünf Menschen haben seit 2020 ihren Reichtum von etwa $ 89 Mrd. auf $ 155 Mrd. gesteigert, während die Realeinkommen und Realrenten gesunken sind und zwar weil die Preissteigerungen immer höher waren als die Steigerung der Löhne und Renten (…) Ich kann nicht glauben, dass diese fünf Menschen mehr leisten als diese 42 Millionen Menschen. Das ist nichts anderes als eine grobe soziale Ungerechtigkeit.“ Für Die Linke ist hierfür u.a. eine Vermögenssteuer einer der wichtigsten Mittel, wie Gysi betonte: „Es wird höchste Zeit, dass dies geschieht. Deshalb Ihre Stimme am 23. Februar für Die Linke!“.
Der Sprecher*innenrat von Die Linke Koblenz / Rhein-Lahn bedankt sich für das große Interesse, für den tosenden Applaus sowie die anregenden Diskussionen nach der Veranstaltung.
Die gesamte Veranstaltung zum Nachschauen: https://www.youtube.com/live/X8T1nB6O7Qs?si=D5I0HypazqR3KHhZ

